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PORTIKUS Frankfurt-Main

Der Frankfurter Portikus ist in ein Laboratorium von Erinnerung und Identitätssuche verwandelt, stellen doch acht junge Künstler unter dem Titel "Menschenweit (Interieur)" ihre Ideen vor.
Der Ausstellungstitel ist, so Kurator Martin Hentschel, "als poetische Variante zum philosophi­schen Begriff 'Lebenswelt' (Husserl) zu verstehen", bezeichnet also das Verhältnis der Menschen zu ihren Denk- und Handlungsweisen. Hentschel will zeigen, daß gerade jüngere Künstler Themen "erarbeiten, die sich durch ihre Beziehung zur Welt gelebter Erfahrungen auszeichnen".

Er konstatiert einen "vielfältigen Rekurs auf die greifbare Dingwelt", auf "Dinge, die der subjektiven Erfahrung zugänglich sind oder durch die Werke zu­gänglich gemacht werden". Der Untertitel "Interieur" schließlich meint nicht nur den wechselseitigen Verweis der Arbeiten aufeinander, er zielt auch auf "die spezifischen Modalitäten, sich in der Welt einzurichten". Die acht Maler, Bildhauer und Fotografen richten ihre Augen auf die Außenwelt - einmal abgesehen von Hermann Pitt' fotografischem Blick in eine Künstlerwerkstatt. "In Jürgens Augen", so der Titel, sieht man in ein Atelier, betrachtet aber durch eine im Vordergrund installierte Linse ein leicht verzerrtes Stadtmodell.
Die Außenwelt ist für den Künstler nur noch als Modell vorhanden, die Fen­sterscheiben sind zugemalt. Der Düs­seldorfer Michael Bach malt unsere architektonische, auf seinen Leinwän­den erschreckend kalt wirkende Alltagswelt mit Gewerbegebiet, Wohnhaus, Hochhaus uns Container. Kein Leben pulsiert in den Mauern, die gän­gige Architektur scheint für Bach nicht gerade ein probates Mittel zu sein, um sich heimisch in der Welt zu fühlen. Martin Honert (Düsseldorf) setzt einen kleinen Kunststoffjungen an ei­nen Küchentisch und nennt das Ganze "Foto". Honert scheint weder der Erinnerung noch der fotografischen Realität zu trauen und flüchtet sich mißmutig ins Klischee, dem er wohl auch keinen Glauben schenkt. Mit dem Fotoapparat hält Gisela Bullacher (Hamburg) dagegen Flucht- und Freiheitsphantasien fest. Sie nimmt die Welt aus der Vogelperspektive wahr, indem sie Fallschirmspringer, Magnetnadel und Flugzeug abbildet.

 

 
Dara Weishaupt Contemporary Art